Kostengünstiger Kohlenstoffmonoxid-Melder in Homematic-System integrieren

Kostengünstiger Kohlenstoffmonoxid-Melder in Homematic-System integrieren

Kohlenmonoxid Melder bzw. CO-Melder warnen rechtzeitig vor austretendem Kohlenmonoxid und schützen Sie und Ihre Familie vor dieser unsichtbaren Gefahr und den folgeschweren Konsequenzen einer Kohlenmonoxid Vergiftung. Das heimtückische an Kohlenmonoxid ist, dass es vom Menschen nicht wahrgenommen werden kann, denn es ist unsichtbar, geruchlos und geschmacklos. Aus diesem Grund wird das hochgiftige Gas auch oftmals als „Leiser Killer“ bezeichnet. Insbesondere nach den schweren Kohlenmonoxidunfällen der letzten Jahre empfehlen daher immer mehr Experten auch in privaten Haushalten CO-Melder zu installieren.
Gute Kohlenmonoxid Melder erkennen bereits sehr früh ansteigende Kohlenmonoxidkonzentrationen in der Umgebungsluft und waren so, noch vor dem Eintreten der ersten Symptome der Kohlenmonoxid-Vergiftung. Die CO-Melder sind sehr sinnvoll in Räumen, wo fossile Verbrennungen ablaufen. Also im Heizungsraum, in Wohnräumen mit Kohle und Holzöfen , in Garagen usw.  Auch der VdF (Verband der Feuerwehren) hält CO-Melder für eine sinnvolle Investition in die eigene Sicherheit, weist jedoch ausdrücklich darauf hin, dass ein Kohlenmonoxid Melder die regelmäßige Wartung von Heizungen, Gasthermen oder Durchlauferhitzern nicht ersetzen kann. Es gibt aber keine geeigneten Homematic-Geräte, die Kohlenmonoxid, deswegen zeige ich euch hier, wie man einen CO-Melder selbst zusammenbasteln kann.

Achtung! Beim CO-Melder handelt es sich um ein sicherheitsrelevantes Teil. Durch eigene Modifikationen werden alle vorhandenen Zulassungen beim CO-Melder erlöschen. Somit möchte ich darauf hinweisen, dass ich keine Haftung für Schäden jeglicher Art übernehme, die durch die Modifikation des CO-Melders entstehen könnten. Ich übernehme keine Haftung für unmittelbare oder mittelbare Folgeschäden jeglicher Art, die die durch die Nutzung des nach diesem Beitrag modifizierten Geräts entstehen können.

Die hier erläutete Lösung basiert sich auf diesem Beitrag aus dem Homematic-Forum.

Was wird benötigt

  • CO-Melder mit LCD-Anzeige der CO-Konzentration (bei eBay/Amazon erhältlich). Ich empfehle, den CO-Melder mit 2 AA-Batterien zu kaufen, dann hat man noch genug Platz in der Gehäuse für Homematic Funk-Sendemodul.
  • pnp-Transistor, z. B. BC557C
  • Widerstand 10 kΩ
  • Jumperkabel, z. B. die hier.
  • Homematic Funk-Sendemodul, 8-Bit (HM-MOD-EM-8Bit). Das Modul ist nur als ARR-Bausatz erhältlich, ist aber sehr einfach mit wenigen Lötstellen aufzubauen.

Umbau des CO-Melders

Die LED-Beleuchtung der LCD-Anzeige schaltet bei nennenswerten CO-Konzentrationen einschaltet, am LED der LCD-Beleuchtung entsteht eine Spannung, die wir als ein Eingangssignal für Homematic Funk-Sendemodul verwenden werden. Laut Bedienungsanleitung, wenn die Konzentration gefährlich wird, ertönt zusätzlich und lautstark der Buzzer und die rote LED blinkt.  Für die Anbindung an die Homematic ist das Einschaltsignal der LCD-Beleuchtung sehr brauchbar, weil damit bereits kleine CO-Konzentrationen signalisiert werden.

Zuerst soll der CO-Melder geöffnet werden.  Zum Öffnen des CO-Melders die Schränklaschen mit einem feinen Schraubenzieher nach Außen drücken.

8-Kanal-Sendemodul wird aus dem CO-Melder mit 3V-Spannung versorgt, wie es ober auf dem Schaltplan abgebildet ist.  Die Mehrbelastung dürfte für die CO-Melder-Batterie vermutlich vernachlässigbar sein.

Um das Signal an den Homematic 8-Kanal-Sendemodul weiterleiten, löten wir die Basis des BC557C pnp-Transistors an den Minuspol der LED über einen 10kΩ Widerstand, wie es auf dem oberen Schaltplan abgebildet ist.

Kollektor des Transistors wird an den Masseausgang des Funk-Sendemoduls gelötet, Emitter wird dementsprechend an den TA1-Eingang des Funk-Sendemoduls angeschlossen.

Wenn der LED leuchtet, entsteht auf dem Transistor Emiter-Basis-Spannung, sodass die Emitter-Kollektor-Strecke des Transistors geöffnet wird. An den TA1-Eingang wird somit die Masse angeschlossen und Funk-Sendemodul sendet ein „AN“-Signal an die CCU. Wenn der LED wiederum nicht leuchtet, ensteht auf dem Transistor keine Emiter-Basis-Spannung, die  Emitter-Kollektor-Strecke bleibt somit geschlossen und Sendemodul ein „AUS“-Signal an die CCU sendet.

Zusammengelötet sieht es dann so aus:

Das Ganze passt wunderbar in die Gehäuse des CO-Melders rein.

Programmierung (optional)

Damit es etwas schöner aussieht, wird ein virtueller Funk-Rauchmelder hinzugefügt, ist aber nicht zwingend notwendig. Dafür müsst ihr CUx-Daemon auf ihrer CCU installiert haben, eine Anleitung dafür ist hier verfügbar. Außerdem wird eine Pushover-Benachrichtigung gesendet, sobald der CO-Melder aktiv wird.

Ein virtueller Funk-Rauchmelder wird über Menu „Einstellungen/Systemsteuerung/CUx-Daemon“ hinzugefügt:

Dort auf „Geräte“ klicken, Gerätetyp 40 (16 Kanal Universalsteuerung) auswählen, den Namen für das Gerät eingeben (hier: CO-Sensor), Geräteicon auswählen (hier: Rauchmelder) und abschließend auf „Gerät auf CCU erzeugen“ klicken.

Ein virtueller Rauchmelder ist erzeugt und befindet sich nun im „Geräte-Posteingang“. Dort könnt ich das Gerät fertigkonfigurieren, z. B. Gewerk zuweisen usw. Jetzt kann das Programm zur Steuerung des CO-Melders angelegt werden.

Auslösebedingungen für das Programm sind die Zustandsänderungen am TA1-Eingang des eingebauten Funk-Sendemoduls. Wenn TA1 geschlossen wird, wird eine Pushover-Benachrichtigung gesendet, dass der CO-Melder aktiv ist. Außerdem bekommt der eben erzeugte virtuelle CO-Melder den Schaltzustand „EIN“. Wenn TA1 geöffnet wird, bekommt der virtuelle CO-Melder den Schaltzustand „AUS“.

Das Skript für das Versenden einer Pushover-Benachrichtigung sieht so aus:

!__Pushover Key
string po_api_user="HIER IHR PUSHOVER-USER-KEY EINTRAGEN";
!__API Token/Key
!string po_api_token="HIER IHR PUSHOVER-API-TOKEN EINTRAGEN";

!__Nachricht
string po_title="Achtung!";
string po_message="CO-Alarm. Bitte CO-Sensor pr%C3%BCfen.";
string po_sound="siren";
string po_priority="2";
string po_retry="30";
string po_expires="3600";
  
string po_request;
if(po_priority=="2"){
  po_request="/usr/local/addons/cuxd/curl -X POST -k -H \"Content-Type: application/x-www-form-urlencoded\" -d \"token=" # po_api_token # "&user=" # po_api_user # "&title=" # po_title # "&priority="# po_priority # "&sound=" # po_sound # "&retry="# po_retry # "&expire=" # po_expires # "&message=" # po_message # "\" https://api.pushover.net/1/messages.json";
}
else{
  po_request="/usr/local/addons/cuxd/curl -X POST -k -H \"Content-Type: application/x-www-form-urlencoded\" -d \"token=" # po_api_token # "&user=" # po_api_user # "&title=" # po_title # "&priority="# po_priority # "&sound=" # po_sound # "&message=" # po_message # "\" https://api.pushover.net/1/messages.json";
}
dom.GetObject("CUxD.CUX2801001:1.CMD_EXEC").State(po_request);

In dem Skript müsst ihr Pushover User-Key sowie API Token eintragen.

Sounds (po_sound): pushover, bike, bugle, cashregister, classical, cosmic, falling, gamelan, incoming, intermission, magic, mechanical, pianobar, siren, spacealarm, tugboat, alien, climb, persistent, echo, updown, none

Prioritaeten (po_priority):

  • Normal
  • High: AudioVibration auch während „quiet hours“
  • Emergency: Meldung Muss bestätigt werden, solange Sound/Vibration
  • Low
  • Lowest

Bei Priorität 2 (po_priority=2):

  • po_retry gibt an (in Sekunden), wie häufig eine Nachricht vom Server geschickt wird (z.B. alle 30 s.)
  • po_expires gibt an (in Sekunden), wie lange nachrichten geschickt werden sollen. Bestätigt der User, stoppt die Benachrichtigung.
    Beispiel: Alle 30 Sekunden wird eine Nachricht geschickt, das passiert eine Stunde lang (1 Stunde = 3600 Sekunden).

 

 

 

 

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