Homematic mit openHAB 2 verbinden

Homematic mit openHAB 2 verbinden

Nach meinem Tutorial „Installation von openHAB 2 auf Synology Diskstation“ möchte ich nun vorstellen, wie sich Homematic Geräte mit openHAB 2 verbinden lassen. Diese ermöglicht z. B. die Steuerung eurer Homematic-Geräte mit Amazon Alexa oder Google Home bzw. die Einbindung der weiteren Smart-Geräte anderer Herstellern (z. B. Philips Hue Lampe) in das Homematic-System. Dieses Tutorial geht davon aus, dass openHAB 2 bereits läuft.

Homematic Binding installieren

Damit openHAB 2 in der Lage ist, mit fremden Systemen zu kommunizieren, werden sogenannte Bindings benötigt. Darauf folgt, dass sich natürlich nur Systeme verbinden lassen, für die auch ein Binding geschrieben wurde.

Für dieses Tutorial werden wir das Homematic Binding verwenden. Dazu wird die Operfläche von openHAB aufgerufen. Anschließend wird Paper UI gewählt. Im linken Bereich sind die Bindings unter „Add-ons“ zu finden. Oben rechts erscheinen nun verschiedene Tabs für verschiedene Erweiterungen. Im Tab „BINDINGS“ wird nach „Homematic“ gesucht und das entsprechende Binding über den Button „INSTALL“ installiert.

Nach der Installation sollte das Homematic Binding im Bereich Configuration > Bindings auftauchen (zur Kontrolle):

Konfigurieren des Homematic Bindings

Um nun das Binding zu konfigurieren, wird der Bereich Configuration -> Things geöffnet. Bei der ersten Installation sollte die Liste logischerweise leer sein. Ein Klick auf „ADD THING“, führt zu der Frage nach dem Binding, hier wird das Homematic Binding gewählt. Falls nach einer kurzen Suche nichts gefunden wird, auf „MANUALLY ADD THING“ oder „ADD MANUALLY“ geklicken.

Als nächstes wird die Homematic Bridge ausgewählt. Dieser Schritt ist in disem Fall etwas unverständlich, aber bei anderen Bindings/Systemen macht das Sinn.

Nun muss die Verbindung zur CCU eingerichtet werden. Das Homematic Bindings erwartet nur die IP der CCU. Technisch meldet sich das Binding am RPC Server der CCU2 an und wird somit automatisch über Zustandsänderungen informiert. Die unterschiedlichen RPC Ports sind im Binding bereits Konfiguriert („SHOW MORE“). Es wird also nur die IP der CCU2 im Feld „Gateway Address“ eingetragen. Dabei soll überprüft werden, dass das „Gateway Type“ auf „CCU“ eingestellt ist, falls das nicht der Fall sein sollte, dann auf „CCU“ stellen. Die restlichen Felder dürfen leer bleiben.

An dieser Stelle ist es übrigens sehr wichtig, dass CCU und openHAB immer eine feste IP haben. Würde sich die IP ändern, könnte openHAB sich nicht mehr mit der CCU2 verbinden und die CCU2 würde die Zustandsänderung (den RPC call) an die falsche IP schicken. Das kann entweder im Router (DHCP-Server) konfiguriert werden, oder direkt bei jeweiligem  Gerät eingestellt werden. Ich würde den Weg über den Router empfehlen.

Falls jetzt hinter Homematic Bridge ein  auftaucht und nach ein paar Sekunden immer noch keine Geräte im Posteingang auftauchen, stimmt etwas nicht. Ein Klick auf gibt weitere Hinweise. Am besten nochmal alles überprüfen. Ein Klick auf den blauen Kreis mit dem Stift führt zurück zur Konfiguration.

Hinzufügen von Homematic-Geräten

Wenn alles funktioniert hat, sollten nach kurzer Zeit die Geräte erkannt werden. Nachdem alle Geräte erkannt wurden, sollte das Binding (Configuration > Things) mit einem grünen versehenen sein und die Geräte sollten im Posteingang („Inbox“) liegen. Das sollte dann so aussehen:

Ein Klick auf den blauen Haken vor dem Gerät öffnet den folgenden Dialog. Hierüber kann nun ein neuer Name vergeben werden. Ein Klick auf „ADD AS THING“ fügt das Gerät als Smarthome Komponente hinzu.

Im nächsten Dialog sind nun die einzelnen Kanäle zu sehen. Die Kanäle werden jetzt als Item hinzugefügt. Es muss dabei nicht jeder Kanal hinzugefügt werden, nur die Kanäle, die später auch verwendet werden sollen.

An dieser Stelle möchte ich vermerken: Auf den ersten Blick mag das Konzept etwas komisch wirken, aber die Idee dahinter ist, sich komplett von der Hardware zu lösen. Es soll später in der Programmierung egal sein, welche Hardware dahinten steckt. Später gibt es nur noch „Datenpunkte“, auf welche lesend oder schreibend zugegriffen werden kann. Man hat sich für eine möglichst allgemeine Namensgebung entschieden („Things“, „Channel“) da es natürlich nicht nur Homematic gibt, sondern auch viele andere Systeme. Software-seitig sollte die Helligkeit einer Philips Hue Lampe und die Helligkeit eines Homematic Dimmers also identisch sein – beides ist nur eine Variable, auf die sich ein Zahlenwert schreiben lässt. Was dann damit passiert, liegt in der Verantwortung von unterlagerten Ebenen („Things“, „Bindings“, Hardware…).

Um nun ein „Item“ (Datenpunkt) zu erstellen, klicken wir auf den Kreis vor dem Kanal und können nun ein Item anlegen:

Im folgenden Dialog lassen sich nun ein paar Einstellungen zu dem Datenpunkt vornehmen:

Ein Klick auf „LINK“ erstellt die Verbindung und schließt den Dialog.

Nun ist es endlich geschafft, ein Klick in der linken Seite auf „Control“, öffnet nun eine Übersicht der zu steuernden Datenpunkte bzw. Kanäle. Im Falle eines Schaltaktors (Licht) kann also der Zustand verändert werden. Wenn bis hierhin alles funktioniert hat lässt sich jetzt also das Licht ein- und ausschalten.

Zusammenfassung

Nach diesem grundlegenden Prinzip lassen sich nun alle anderen Homematic-Komponenten einrichten. Leider ist das einmalig ein gewisser Aufwand, aber dabei kann man sich nochmal Gedanken über eine sinnvolle Namensgebung machen.

Ich persönlich bin bis jetzt sehr zufrieden mit openHAB 2, die Oberfläche ist extrem schnell und seitdem openHAB 2 in einem finalen Zustand ist, lässt es sich auch angenehm grafisch bedienen. Selbst die Darstellung auf Mobilgeräten funktioniert einwandfrei. Es müssen endlich keine Konfigurationsdateien mehr per Hand angelegt werden (auser bei  Bindings mit Version 1.x). Auch die Menge an verfügbaren Bindings und somit verwendbaren Smarthome Komponenten ist sehr umfangreich und wächst ständig. Es sollte also problemlos möglich sein, sein komplettes Haus mit openHAB 2 zu steuern, ohne dabei auf eine externe Cloud zu setzen.

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